Wer in den Bergen einen Sitzplatz überdacht, plant für andere Bedingungen als im Mittelland. Schnee, Frost und starke Temperaturwechsel stellen Anforderungen an Fundament, Konstruktion und Belag, die man im Flachland kaum kennt. Dieser Beitrag zeigt, worauf es bei Überdachungen in schneereichen Lagen ankommt, und warum die Arbeit am Boden genauso wichtig ist wie das Dach selbst.
Schneelast: die wichtigste Zahl
Wie viel Schnee eine Überdachung tragen muss, hängt in der Schweiz vor allem von der Höhe über Meer und der Region ab. Massgebend ist die Norm SIA 261, aus der sich für jeden Standort eine charakteristische Schneelast ergibt. In höheren Lagen Graubündens liegt sie um ein Vielfaches über den Werten im Mittelland.
Für die Planung heisst das: Die zulässige Schneelast der Überdachung muss zum Standort passen. Seriöse Anbieter geben diesen Wert in kN/m² an. Liegt er unter der Last am eigenen Standort, braucht es eine verstärkte Ausführung, zusätzliche Stützen oder eine andere Lösung. Im Zweifel klärt ein Statiker die Frage verbindlich, bei Bewilligungsverfahren wird ein Nachweis ohnehin oft verlangt.
Das Fundament entscheidet
Eine Überdachung ist nur so stabil wie ihre Verankerung. In Berglagen kommen zwei Punkte dazu:
- Frostsicher gründen: Punktfundamente müssen tief genug reichen, damit der gefrierende Boden sie nicht anhebt. Die nötige Tiefe ist in höheren Lagen grösser als im Flachland.
- Lasten sauber ableiten: Die Schneelast wandert über die Stützen in die Fundamente. Diese müssen dafür dimensioniert sein, nicht nur für das Eigengewicht der Konstruktion.
Liegt der Sitzplatz auf einem bestehenden Belag, etwa aus Naturstein, lohnt es sich, Fundamente und Belag gemeinsam zu planen. Nachträglich durch einen fertigen Steinbelag zu bohren ist aufwendig und selten schön.
Naturstein und Überdachung zusammen denken
In Graubünden gehören Sitzplätze aus Naturstein zum Ortsbild. Sie sind robust und frostbeständig, wenn sie fachgerecht verlegt sind. Ein erfahrener Gartenbauer weiss, wie der Unterbau aufgebaut sein muss, damit der Belag auch nach vielen Wintern eben bleibt, und wo die Fundamente einer späteren Überdachung Platz finden. Ein Beispiel für solche Arbeiten aus der Region sind die Natursteinarbeiten von Flepp Gartenbau in Graubünden, von Sitzplätzen bis zu Mauern.
Wer Belag und Überdachung zeitlich trennt, sollte beim Belag die späteren Stützenpositionen bereits festlegen und die Fundamente gleich mit erstellen lassen.
Im Winter: Schnee nicht einfach liegen lassen
- Grosse Schneemengen räumen: Auch eine ausreichend dimensionierte Überdachung profitiert davon, wenn nach starkem Schneefall Schnee entfernt wird, vor allem bei nassem, schwerem Schnee.
- Dachlawinen beachten: Steht die Überdachung unter einem Hausdach, kann abrutschender Schnee punktuell sehr hohe Lasten erzeugen. Das gehört in die Planung.
- Entwässerung frei halten: Rinnen und Fallrohre sollten nicht zufrieren. Schmelzwasser, das nicht abfliesst, gefriert nachts wieder.
- Herstellerangaben befolgen: Bei Lamellendächern gibt der Hersteller vor, in welcher Stellung die Lamellen bei Schnee stehen sollen.
Bewilligung nicht vergessen
Feste Überdachungen sind in der Schweiz in aller Regel bewilligungspflichtig. In Ortsbildschutzgebieten und Kernzonen, die es in vielen Bündner Dörfern gibt, gelten oft zusätzliche Vorgaben zu Material und Farbe. Ein frühes Gespräch mit der Gemeinde spart später Zeit.
Fazit
In schneereichen Lagen beginnt eine gute Überdachung am Boden: mit einem frostsicheren Fundament, einem sauber aufgebauten Belag und einer Konstruktion, deren Schneelast zum Standort passt. Wer Gartenbauer, Statiker und Anbieter früh zusammenbringt, hat viele Winter Freude am Sitzplatz.





















